Was jetzt? Ein Züchter soll aufgetan werden, der genau das kleine Wesen für Sie hat, welches sie sich wünschen.

Angerufen haben Sie ja jetzt schon und erste Fragen gestellt, durch diese Gespräche hat sich hoffentlich schon einiges heraus atze_kiwkristallisiert und die Liste der in Frage kommenden Züchter ist bereits kürzer geworden. Jetzt steht der erste Besuch beim Züchter an, vorrangig sollte es darum gehen, die Zuchtstätte, die Hunde, wenn da, die Welpen und natürlich den Züchter kennen zu lernen, damit sie sich ein Bild machen können.

Am besten ist es, falls sie Kinder haben, lassen sie diese beim ersten Besuch zu Hause. So haben Sie mehr Ruhe, können sich konzentrieren und müssen sich nicht intensiv darüber unterhalten, warum man denn nicht den Kleinen gleich und sofort mitnehmen kann, den ihr Sohn oder ihre Tochter gerade auf dem Arm hält. Beim zweiten Besuch sind dann viele Punkte schon geklärt. Ziehen sie sich außerdem zweckmäßig an, sie fahren nicht auf einen Sonntagsnachmittags-Kaffeetrink-Termin, sondern gucken sich Hunde an.

Worauf sollten Sie achten?

  • Die Zuchtstätte, sowie alle Zuchthunde machen auf Sie einen sauberen, freundlichen und gepflegten Eindruck.

  • Die Hunde und Welpen haben ausreichend Auslauf, Licht, Luft und Ansprache. Die Ausstattung ist artgerecht.

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  • Es werden den älteren Welpen genügend Spiel- und Prägungs-Möglichkeiten geboten.

  • Lassen sie sich die Mutter mit ihren Welpen zusammen zeigen. Lernen sie auch den Rüden kennen. Ist der Deckrüde nicht vor Ort (was völlig normal ist), fragen sie noch mal nach diesem, vielleicht kann man ihnen auch Bilder zeigen und Informationen (Kopie des Stammbaums) geben, warum gerade dieser Rüde gewählt wurde.

  • Gefallen ihnen die Zuchttiere?

    Wie stark sind die rassespezifischen Merkmale ausgeprägt?

    Auch wenn ihnen dies auf den ersten Blick nicht so wichtig erscheint, sollten sie schon so ungefähr wissen, worauf es ankommt. Möchte ihnen z.B. jemand einen angeblich reinrassigen PJR mit krummen Beinen (z.B. bei der Mutter) andrehen, können sie gleich wieder fahren. Bei den Welpen ist so was oft noch nicht eindeutig zu erkennen.

  • Die Kleinen zeigen sich Ihnen gegenüber offen und zutraulich. atze_knutschBereits in jungem Alter sind viele Welpen stramme Kerlchen, recht quirlig und oft auch kühn. Das heißt nicht automatisch, dass Sie es mit einem hyperaktiven oder aggressiven Wurf zu tun haben. Und auch zurückhaltende oder etwas schüchterne Welpen können zum einen einfach einen ruhigeren Tag haben, und sind deshalb nicht die “schlechteren” Hunde. Manch einer möchte eher einen etwas ruhigeren Vertreter der Rasse – sprechen Sie darüber mit dem Züchter und seiner Beobachtungen.

  • Achten Sie auch darauf, wie sich die Hündin gegenüber ihrem “Züchter” verhält.

  • Fragen Sie nach den Eigenarten (z.B. Temperament, sinnvolle Auslastung und Beschäftigung, Verhalten gegenüber Menschen und Kindern) der Rasse und vergleichen Sie dies mit Informationen, die sie bereits zusammengestellt haben.
  • Fragt der Züchter im Gegenzug nach ihren Lebensgewohnheiten und ihren Kenntnissen über die Rasse? Versucht er ihnen mit diesen Informationen einen Welpen des Wurfes zu empfehlen, weil er der Meinung ist, dass dieser gut passen würde?
  • Der Züchter bedrängt Sie nicht. Er bittet sie eher, es sich noch mal gut zu überlegen, und dass sie jederzeit noch mal kommen dürfen.wasserspiele01

  • Die Welpen sind bei Abgabe  gechipt.

  • Selbstverständlich sind die Welpen mehrfach entwurmt und geimpft. Der Nachweis über die Impfungen wird in einem intern. Impfpass geführt.

  • Der Preis ist festgelegt und nicht Verhandlungssache!

  • Der Züchter wird ihnen auch Auskunft darüber geben, wie sie nach dem Einzug des Welpen weiter “vorgehen” sollten. Er hat optimalerweise auch eine Welpen- oder Hundeschule in seinem Umkreis, die er empfehlen kann. Und er kann ihnen erklären, warum dies sinnvoll ist. Erwähnt er es nicht, fragen Sie ruhig nach.

  • Selbstverständlich bietet er ihnen auch an, nach Auszug des Welpen, jederzeit bei Fragen oder Problemen zur Verfügung zu stehen. Denn normalerweise hat ein guter Züchter auch ein Interesse daran, was aus seiner Nachzucht wird. Auch evtl. auftretende gesundheitliche Probleme sind für ihn von großem Interesse, um z.B. bisher unerkannte Erbkrankheiten festzustellen und diese bei weiteren Würfen möglichst auszuschließen.

Lassen sie sich also Zeit beim Hundekauf, denn sie entscheiden sich für ein Lebewesen, welches möglichst sein ganzes Leben bei ihnen bleiben und es gut haben soll.

  • Er gibt ihnen weiterführende Informationen über notwendige Impfungen, die Ernährung und hilft ihnen mit Fragen zur Erstausstattung.

Mein persönlicher Tipp hierzu:

Mein Vertrauen ist zu solchen Züchtern am größten, die sich schon jahrelang mit dieser Rasse, für die ich mich interessiere, beschäftigen. Die ihre Hunde auch ausbilden und, wenn es eine Arbeitsrasse ist, auch arbeiten. Züchter, die ausschließlich ihre Hunde auf Shows vorstellen und dort erfolgreich sind, gibt es zahlreiche. Ich ziehe eine Kombination dieser beiden Gebiete vor. Umso exakter kann mir der Züchter dann beratend zur Seite stehen. Zusätzlich würde ich vorab in Gesprächen einen persönlichen Kontakt herstellen und mir so Aufschluss über Zuchtziele, Haltung und Aufzucht und die Hunde selbst verschaffen. Was habe ich viel über die Rasse in solchen Gesprächen gelernt!! Und natürlich sollte auch Sympathie auf beiden Seiten vorhanden sein, denn schließlich wollen sie ja einen längeren Kontakt halten.