Wie schon angesprochen, gibt es viele Merkmale für eine gute, sorgfältige Zucht. Trotzdem ist es nicht immer leicht, beim Anblick von süßen Welpen objektiv zu bleiben.

Es kommt immer wieder vor, dass Welpen ohne die Mutterhündin gezeigt werden – fragen Sie nach ihr! Möglicherweise findet man dort auch Welpen verschiedener Rassen ohne ihre Mütter, dies ist ein sicherer Hinweis auf einen Hundehändler.

Auch hört man viel zu oft von Welpen, die sehr, sehr jung von ihren Müttern getrennt wurden. Abgesehen davon, dass dies für jeden Welpen ein schwerer Eingriff in seine Entwicklung ist, der meist Auswirkungen auf die Gesundheit und das Selbstbewusstsein hat, ist es in Deutschland nach § 2 Absatz 4 Tierschutz-Hundeverordnung verboten, Welpen unter acht Wochen von ihrer Mutter zu trennen. Ausnahmen sind allenfalls außergewöhnliche Gründe, wie Krankheit (oder Tod) der Mutter.

Tatsächlich sieht man noch recht häufig kupierte Jackie-Welpen, obwohl das Kupieren von Hunden seit 1998 verboten ist (§ 6 Abs. 1 des Tierschutzgesetzes vom 25.05.1998). Ausnahmen gibt es und sind, bezogen auf unsere Rasse, bei Parson/Jack Russell Terriern aus dem PRTCD e.V. möglich, wenn der Welpe an einen Jäger abgegeben werden soll, da der jagdliche Gebrauch einen ausreichenden Grund für das Kupieren des Welpen darstellt. Dies wird durch den Hauptzuchtwart  in den Papieren des Hundes vermerkt, so dass für den Käufer die Rechtmäßigkeit belegt ist.

Ein weiteres Kriterium, an dem man als Käufer die Spreu vom Weizen trennen kann, ist der Anschaffungspreis. 

Im VDH sind unsere Russells für einen Preis ab achthundertfünfzig bis circa eintausendfünfhundert Euro zu kaufen. Dieser Preis setzt sich aus vielen Faktoren zusammen. Welpen von „Züchtern“, die eigentlich keine sind, werden oft erheblich billiger angeboten. Wenn man bedenkt, was alles von Züchtern, die sich einer Rasse verschrieben haben, investiert wird, darf die Frage gestellt werden, wie ein Preis von zwei- oder dreihundert Euro zu rechtfertigen ist.

Im schlimmsten Fall stammt der Welpe aus einer Zuchtfabrik und wir erfahren nichts über seine Eltern. Es gibt zum Beispiel keine Gesundheitsnachweise, keine Abstammungsbelege und keine Sicherheit. Mit dem Kauf eines solchen Welpen unterstützt man ein System, indem es nur um Profit zulasten der Hunde geht.

So dramatisch muss es natürlich nicht sein, es gibt auch die selbst erklärten Hobbyzüchter, die nur mal einen Wurf mit der Hündin machen wollten und dafür den Jackie-Rüden des Nachbarn als Vater ausgesucht haben. Ein Zuchtziel gibt es dabei nicht, die Auswahl des Partners erfolgt möglicherweise über die Sympathie der Hundehalter oder der Hunde zueinander. Auch hier wird man schwerlich Gesundheitsuntersuchungen der Zuchttiere oder eine offizielle Abnahme der Welpen oder Zuchtstätte finden. Lassen Sie sich nicht davon überzeugen, dass der Verkäufer sagt, die Hunde seien gesund. Selbst wenn der Tierarzt sich die Mutter kurz angeguckt hat, hat ein solcher Check nichts mit zuchtrelevanten Untersuchungen zu tun, und deshalb auch keinerlei Aussagekraft über die züchterische Qualität einer Hündin. Gleiches bezieht sich natürlich auf den Rüden, denn fünfzig Prozent aller Anlagen ererbt der kleine Welpe ja von seinem Vater.

Seriöse Züchter unterliegen strengsten Auswahlkriterien und Kontrolle für die Zucht und ihrer Zuchtstätte. Seien Sie also kritisch bei der Auswahl der Züchters.