Tipps zur Gewöhnung

Die Gewöhnung an die Box erfolgt meistens schon beim Züchter. Wir haben ab ca. der fünften Woche eine Box im Welpenauslauf stehen, die immer wieder gerne zum Toben oder Schlafen genutzt wird, egal, ob im Wohnzimmer oder im Garten. Die Box ist immer offen, sie wird selbstverständlich angenommen und akzeptiert.

Erste Autofahrten, z.B. für den Besuch beim Tierarzt oder die Fahrt zu einem Spaziergang mit den kleinen Knirpsen werden natürlich verbunden mit einer Übung während der Fahrt in der Box zu sein. Die meisten Welpen von uns haben damit keinerlei Probleme, wir sind allerdings auch immer zu zweit, einer fährt, eine Person sitzt bei der Box mit den Zwergen. 


Ist Ihr Welpe noch nicht an die Box gewöhnt und Sie möchten dies aber trainieren, müssen sie langsam in kleinen Schritten und entspannt vorgehen. Die Box sollte beispielsweise immer im Wohnbereich integriert sein und keinen Platz haben, wo der Welpe dann abgeschoben wird. Das macht man so natürlich nicht. Auch sollte die Box gemütlich sein, also gut riechende (nach uns oder dem Welpen selbst), kuschelige Decken oder ein Kleidungsstück von Ihnen als Kuschelunterlage beinhalten. Und, man sollte auch mal eine Decke drüber legen, um den Höhlencharakter und damit die Rückzugsqualität zu fördern. Man kann natürlich den Eingang offen lassen oder nur teilweise abdecken. 

Versuchen Sie, dass der Welpe die Box von sich aus aufsucht, vielleicht mit einem Kaustick, einem besonders tollen Leckerchen, einem Snackball in der Box oder sich evtl. auch dorthin zurückzieht, weil er sich dort gut aufgehoben fühlt, was natürlich der Idealfall ist.

Bleiben Sie in der Nähe (vor allem, wenn er etwas zu knabbern hat) und lassen den Zwerg gewähren, Dinge ausprobieren, (üben Sie in dieser Phase der Gewöhnung keinesfalls Druck aus) und vielleicht schläft er darüber auch ein. Die Box sollte zu einem Ort für ihn werden, an dem er sich sicher und geborgen fühlt.

Sollte er tagsüber einfach mal so müde sein, dass er einschläft, können Sie ihn ruhig in die Box legen, sollte er wach werden, helfen ein paar beruhigende Wort oft sehr. Bleiben Sie in der Nähe, lassen ihn anfänglich nicht allein. Sollte der Zwerg fest schlafen, schliessen Sie die Box. Behalten Sie die Box mit ihrem Welpen im Auge, wird er wach und ist ruhig, ist ein wenig Fingerspitzengefühl gefragt. Wird er gleich unruhig, schätzen Sie ab, ob er evtl. raus muss um sich zu lösen. Möglicherweise ist es auch nur ein kurzes "Hallo, ich bin noch da, ist hier noch jemand?", dann kann es sein, dass er recht schnell wieder einschläft. Dies läßt sich recht gut an der Phase des Wachwerdens sehen. Ist der Welpen noch verschlafen, genügen ein Finger zum Beschnüffeln und ein paar beruhigende Worte oft, und der Welpe weiß, er ist nicht allein, alles gut und schläft wieder ein. Kommt es zu deutlichen Unmutsbekundungen sollten sie eine Phase der Beruhigung abwarten und dann die Box einfach öffnen, machen sie kein Trara drum, keine Begrüßungzeremonie, ruhig und selbstverständlich, ganz nebenbei. Feiern Sie das Öffnen der Box nicht wie ein Event, denn damit bekommt dies eine Wertigkeit und wird positiv verstärkt. Was nicht nur unnötig, sondern auch nicht hilfreich ist.  Das sind erstmal nur Orientierungen, wie ihr Welpe dann reagiert und agiert mit ihnen im Zusammenspiel ist immer individuell etwas verschieden. 



Ist er beispielsweise schon ein bißchen länger als, sagen wir mal eine halbe Stunde in der Box gewesen und hat ruhig geschlafen, sollten Sie ihn am besten gleich aus der Box nehmen, wenn er wach wird und noch nicht murrt, denn jetzt ist es auch der richtige Zeitpunkt um wieder Gassi zu gehen.  

Hat Ihr Welpe die Box schon angenommen, kann man das Gehen in die Box auch wie einen Trick mit einem Kommando verknüpfen. Anfänglich kann man ein Leckerchen in die Box werfen und dann einfach BOX sagen. (Der Clicker als Hilfsmittel ist dafür einfach super. Unsere Welpen werden bereits mit sechs Wochen angeclickert, Welpen lernen in diesem Alter unfassbar schnell, es ist eine Freude, dies zu begleiten und zu fördern.) Nach einigen Tagen, je nach dem, wie schnell der Kleine von Begriff ist :-), kann man das BOX-Kommando voranstellen und das Leckerchen kommt erst, wenn der Welpe die Box aufsucht. (Anfänglich, so baut sich Clickertraining ja auf, kann man schon das Orientieren in Richtung Box bestärken. Und, sinnvollerweise, sollte die Box nicht unendlich weit weg sein.)

So sollte einer positiven Verknüpfung wirklich wenig im Weg stehen. 

Ähnlich baut man übrigens auch das Alleinebleiben auf, also kleine Schlaf-Phasen nutzen, um mal den Raum zu verlassen, vielleicht später mal den Müll runterzubringen usw.. (mehr dazu unter Alleinbleiben.)

Sollte es aber nicht so harmonisch zugehen, denn jeder Welpe ist anders und hat auch evtl. bereits andere Lernerfahrungen gemacht, was ja durchaus denkbar ist, könnte der Zwerg jammern, bellen oder kratzen, das wollen wir ja nicht unter den Tisch kehren. Wenn Sie eh bei der Box waren, verhalten Sie sich ruhig. Waren Sie nicht in der direkten Nähe, gesellen Sie sich ruhig zu ihm, verhalten Sie sich aber zurückhaltend, tröstende Worte oder Streicheln sind nur Wasser auf die Mühlen, auch ein "Erlösen" hat erzieherisch eher wenig konstruktive Effekte. Welpen lernen extrem schnell, mit welchem Verhalten sie ihre Ziele erreichen. Leider ist der Mensch mit weniger Lerngeschwindigkeit ausgestattet. 

Wir persönlich nutzen im eigenen Haus die Box ausschließlich nachts, tagsüber ergibt es sich äußerst selten, dass wir eine Box nutzen müssen. Trotzdem werden Boxen tagsüber als Liegeplätze aufgesucht, auch das ist völlig normal. 

Zwei Dinge, die Sie zudem wirklich beherzigen sollten: 

Niemals, und auch das ist ein wichtiger Punkt, lassen wir unseren jungen Welpen über einen längeren Zeitraum alleine in der Box, wenn er noch nicht daran gewöhnt ist, dort auch mal zu bleiben ohne das jemand in der Nähe ist. Dies kann man erst üben, wenn der Welpen an die Box gewöhnt ist, sie gut annimmt und er schon gelernt hat, dass er dort auch mal (eine kurze Zeit) alleine bleibt, während sie z.B. in einem anderen Zimmer sind. (Dies greift stark in den Bereich des Trainings für das Alleine bleiben ein und muss sorgsam aufgebaut werden.)

Zweitens: Niemals lege ich einen Welpen in die Box, wenn er munter und wach ist um das Boxentraining zu machen. Auch dies ist kontraproduktiv. Warten Sie, bis ihr Welpe beginnt müde zu werden. 

Dies ist abzukoppeln von der Vorgehensweise, wenn ihr Welpe oder Junghund mal völlig überdreht und nicht mehr "runter" kommt. Hier wird dann auch die Box zur Erziehungshilfe, um dem Hund die Möglichkeit zu geben, sich zu beruhigen. Das sollte man aber immer nur machen, wenn der Welpe/Junghund die Box bereits kennt und sie positiv verknüpft hat mit "seinem Platz".