Die FAQs sind einige Fragen, die immer wieder aufgetreten sind und die wir Christine Tust, Anja Glück und meine Wenigkeit vor einigen Jahren beantwortet haben. Da diese immer noch Relevanz haben, denn die Rasse hat sich ja nicht grundlegend geändert, werden sie nachstehend aufgeführt.

Sie finden hier folgende Themen:

Welpen – Wie oft müssen sie raus und  wie lange kann man sie alleine lassen?

Dies ist mit Abstand der am häufigsten auftretende Fragenkomplex – weiterführend wird das Thema Stubenreinheit unter  “Stubenrein” erläutert.

Welpen werden ca. nach der 8. Lebenswoche abgegeben. Die ersten Wochen  sind dann für die neuen Besitzer ziemlich stressig, denn der Welpe muss nun lernen, dass er nicht in die Wohnung machen darf und muss dazu      anfangs alle 1 – 2 Stunden rausgebracht werden. Junge Hunde sind  sehr gelehrig und begreifen schnell, was man von ihnen will, aber auch dann kann man sich auf einen zwei Stunden-Rhythmus einstellen für die erste Zeit. Sie können einfach nicht länger aushalten! Das heißt allerdings nicht, dass man den Hunden zwingen muss, wenn er z.B. schläft, dass er dann geweckt wird, um ihn rauszubringen. Wenn er schläft, dann wird schon nichts passieren, kritisch wird es erst,  wenn der Kleine wach wird, dann ist schon Eile geboten.

Nach und nach werden die Abstände größer, kleine Missgeschicke  passieren aber schon noch einmal (z.B. beim intensiven Spielen oder nach dem Fressen), darauf muss man sich einrichten. Dann nicht zu sehr schimpfen,      schnell rausgehen mit dem Hund.

Im Alter von 6 Monaten können die Hunde schon nachts etwa 8 – 9 Stunden durchhalten  und einen Tagesrhythmus von vielleicht drei oder vier Stunden einhalten.

Dies gilt nie für alle Hunde, jeder Hund ist da unterschiedlich,  das sind alles nur „pie-mal-Daumen“-Regeln! Wir haben schon  von Welpen gehört, die innerhalb von einer Woche  “stubenrein” waren, so etwas gibt es, aber heißt nur: Der Welpe  hat verstanden, dass er nicht in die Wohnung machen soll – die Möglichkeit,  woanders zu machen, müssen Sie ihm geben, sonst ist bei allem guten Willen ihres Babys das nächste Malheur vorprogrammiert.

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Einen Welpen sollte man zunächst gar nicht alleine lassen.
Sie haben dann große Verlassensängste und werden zwangsläufig  heulen oder suchen Trost im „Möbelzerschreddern“ oder „Abtapezieren“. Man muss ihm erst ganz langsam beibringen, dass ihm nichts passiert und man immer wiederkommt. Hunde sind Rudeltiere,      die sich nun einmal am wohlsten fühlen, wenn ihr „Rudel“ immer  komplett ist.

Trainieren kann man zum Beispiel durch den Gang zum Mülleimer, zum  Briefkasten, in den Keller, dann zum Zeitungshändler, Bäcker, etc…

Sie sollten also mit Mini-Sequenzen anfangen und diese langsam steigern.

Schleichen Sie sich nie einfach davon!! Dann muss der Hund ja Angst bekommen, dass Sie ihn verlassen wollen. Machen Sie ein Ritual aus dem Weggehen, dass er sich merken kann. Z.B. lassen Sie ihn sitzen (wenn er es schon kann) und sagen: „Ich komme gleich wieder, sei schön brav“.  Sie können auch „Pudelmütze“ sagen, das ist dem Hund wurscht, aber lassen sie es zu einer wiederkehrenden Handlung werden, die er erkennen kann. Und loben Sie ihn, wenn er artig gewesen ist. Wenn er anfängt zu jaulen, Abstände wieder verkürzen und vor allem nicht „trösten“ wollen. Denn damit bestätigen Sie dem Hund, dass es ihm schlecht ging und er wird es nächstes Mal wieder tun. Gehen sie auf Jaulen nicht ein. Wenn möglich, gehen Sie erst wieder zu dem Hund, wenn er nicht mehr jault und loben ihn dann ganz doll. Belohnen Sie also sein Aufhören!

Wenn man ihnen Zeit gibt, lernen die meisten Hunde, einige Zeit alleine zu bleiben.

Dennoch sollte man sich klarmachen: Ein Hund sollte regelmäßig nie länger als ca. 5 Stunden alleine zu Hause bleiben!!! Wenn man einem Hund das nicht bieten kann, sollte man sich keinen anschaffen.  Und, wenn man schon einen hat und die Lebenssituation sich so verändert,          dass der Hund mit einem Mal alleine bleiben muss, sollte man sich an einen Hundeauslaufservice o.ä. wenden, um dem Hund noch ein halbwegs artgerechtes Leben zu bieten. Mehr dazu unter: Stressfreie Erziehung zum Alleinebleiben!

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Oder ist ein erwachsener Hund vielleicht besser  für mich geeignet?

Kann ich die Anfangsarbeit bei einem Welpen nicht leisten, sollte man sich nach einem erwachsenen oder zumindest schon einige Monate alten Junghund      umsehen. Das hat auch viele Vorteile, denn der Züchter – oder das Tierheim oder die Pflegestelle – können dann schon recht zuverlässige Aussagen über den Charakter machen und man kann oft einen Spaziergang mit dem Tier machen, um sich kennenzulernen und den Hund im Umgang mit anderen Hunden/Tieren/Menschen/Kindern beobachten.

Auslauf

Ein PJRT ist von der Veranlagung ein Arbeitshund und braucht als solcher viel Beschäftigung, nicht nur körperlich, sondern auch geistig. Ca.  zwei Stunden Auslauf am Tag (mindestens eine Stunde am Stück richtig laufen können) sollte so ein Hund bekommen. Kann man nicht ganz so viel laufen (weil man mit Grippe im Bett liegt o.ä.) kann man hier Abhilfe durch vermehrtes Spielen zu Hause verschaffen.

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Rüde oder Hündin

Rüden sind dominant und Hündinnen ergeben ? Falsch!

Jackys sind grundsätzlich temperamentvolle Hunde – unabhängig vom Geschlecht. Es gibt immer dominantere und weniger dominante.

Bei einem  Rüden muss man sich evtl. auf kleine Machomanieren (z.B. verteidigt  eine Freundin gegenüber anderen Rüden) einstellen, Hündinnen können evtl. ein bisschen zickig sein (wie bei allen Hunderassen).

Der Vorteil eines Rüden: er wird nicht läufig. Nachteil, sie müssen jedes Mal mindestens (!) eine halbe Stunde pro Spaziergang  einplanen, weil er an jedem zweiten Baum ein bisschen pieselt (Revier markieren).  Außerdem werden einige „kopflos“, wenn läufige Hündinnen in der Nähe wohnen.

Der Vorteil einer Hündin: Sie laufen den Rüden nicht hinterher,  erledigen ihre Geschäfte zügiger (auch hier gibt es welche, die ihr Revier markieren, meist dominante Hündinnen). Oftmals sind sie nicht ganz so große Rabauken wie ihre männlichen Verwandten.

Nachteil ist hier die Läufigkeit (in der Regel zweimal im Jahr), wobei nur die Stehtage kritisch sind (evtl. sollte man sich eine Kastration überlegen).

Manche Menschen finden Rüden kerniger oder Hündinnen freundlicher,  das sind meist Erfahrungswerte mit nur wenigen Hunden.

Generell sollte man mit den Züchtern ein ausführliches Gespräch führen, welcher Welpe welche Charaktereigenschaften zeigt und danach entscheiden. Der Charakter des Hundes sollte zum Menschen passen (z.B.  ein Mensch der Agility machen möchte sollte keinen nervösen oder ruhigen Hund nehmen etc.), dann ist das Geschlecht egal. (Weiterführende Informationen zum Thema Auswahl des Züchters)

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Glatt- oder rauhaarig?

Das kann man bei einem Welpen selten genau bestimmen, höchstens aus der Erfahrung eine Vermutung abgeben. Es gibt glatthaarige Welpen aus zwei  rauhaarigen Elternteilen und rauhaarige aus nahezu glatthaarigen Eltern.  Oftmals zeigt sich ca. ab der 12. Woche eine Tendenz, manche Hunde ändern  ihre Haarqualität allerdings noch nach 6 Monaten. Man kauft eine Art „Wundertüte“.

Sprechen Sie auch hier mit den Züchtern, sie können Ihnen vielleicht sagen, ob diese Hündin bisher nur rauhaarige Welpen gebracht hat (etc.),  aber eine Garantie kann Ihnen keiner geben.

Farbe?

Die Farbe, weit ausgedehntes Kapitel: Grundsätzlich ist es so, dass ein JRT als Grundfarbe weiß haben sollte. Dazu kommen braune, schwarze  oder helle (fast gelbliche) Flecken.

Es ist nicht richtig, dass „wahre“JRT nur die dreifarbigen sind.

Es ist nicht richtig, dass JRT nicht weiß-schwarz sein dürfen  oder weiß-braun sein müssen.

Es ist Unsinn, dass Flecken an bestimmen Stellen sitzen müssen.

Es ist kein Manko, wenn der Hund keine Pigmente am Augenlid aufweist.

Warum: Ganz einfach, der JRT ist zur Fuchsjagd bestimmt. Er soll mehr weiß als Farbe aufweisen, damit man ihn nicht mit dem Fuchs verwechseln  kann, aber ansonsten ist es dem „Terrierman“ (und dem Fuchs)  wurscht, wo und welche Farbflecken der Hund hat.

Welche Zeichnung man bevorzugt, hängt einfach vom persönlichen Geschmack ab.

Die Farbenlehre ist übrigens ein spannendes und komplexes Thema, ich habe darüber auch in meinem Buch ein Kapitel verfaßt :-).

Die Kosten

Achja, dann die Frage nach den Kosten. Der Welpe, der Tierarzt, die   Hundesteuer, Versicherung, Futter, Zubehör….usw.

Grundsätzlich läßt sich sagen, dass die Anschaffung nur ein kleiner Teil der Kosten ist, die im Laufe der Jahre auf sie zukommen werden. Über den Daumen gepeilt, kostet ein Parson-Jack-Russell-Terrier von einem anerkannten Züchter zwischen 750,– und 1.500,– € wobei auch hier sicherlich noch Schwankungen von Züchter zu Züchter oder regional festgestellt  werden können.

Die Folgekosten sind aber sicherlich der Teil, der wesentlich mehr ins Gewicht fällt. Tierarzt mit Impfungen und Behandlungen machen,  neben dem Futter, einen großen Posten aus, hier würde ich, gerade wenn der Hund noch jung ist, mit mehr Kosten rechen, ca. 30,00 € pro  Monat. Hat sich ihr Baby erstmal konsolidiert, kommen nur noch die Impfungen (einmal pro Jahr) und gelegentliche Wehwechen hinzu.

Die Ernährung. Kein Hund sollte sich ihre Nahrung mit Ihnen teilen  und zum Resteverwerter werden. Speziell zusammengestellte und auf den jeweiligen      Energiehaushalt eines Hundes abgestimmte Hundenahrung ist nicht so teuer und der Hund wird es Ihnen mit einer langen Gesundheit danken. Hier kann      ich kaum eine Hausnummer angeben, aber ich denke zwischen 1,00 bis 2,00 € (für unsere Zwerge) täglich ist vorstellbar.

Versichert werden muss der Hund auch, eine Hundehaftpflicht ist zwischen ca. 60,00 und 150,00 € pro Jahr erhältlich und auf vielen Hundeplätzen Pflicht. Bei Listenhunden gelten andere Preise, oder sie werden auch bei vielen Gesellschaften  gar nicht angenommen.

Die Hundesteuer: Die ist von Stadt und Region her ganz unterschiedlich, in Berlin kostet ein Hund bald vielleicht 150 € pro Jahr, in ländlichen  Gebieten ist es oft weniger.

Und haben Sie sich überlegt, wo der Hund untergebracht wird, wenn Sie verreisen und Sie ihn nicht mitnehmen können, auch hier können  Kosten auf Sie zukommen. Und auch die Unterbringung am Urlaubsort kostet      evtl. mehr, die Bahnkarten usw.

…und der ganze Zusatzbedarf: Das ist das, was wir alle so gerne einkaufen, Spielzeug, Knochen, Decken, Körbe, Käfige, Näpfe, Leinen und Halsbänder undundund. Hier gibt es nach oben keine Grenze.

… und ein ganz wesentlicher Faktor: Egal, was der Hund geldlich kostet, er  “kostet” Zeit, er braucht Aufmerksamkeit und die lässt sich  nicht kaufen, sondern die muss man sich nehmen, gerade ein Jack-Russell in  seinem ersten Lebensjahr ist sehr anspruchsvoll, investieren sie hier viel,  werden Sie dafür später doppelt und dreifach belohnt.

Sicherlich wiederholen wir uns hier, aber unserer Meinung nach, ist einer  der wichtigsten Faktoren für die Anschaffung eines Hundes: Haben Sie die nötige Zeit, sich einem jungen Hund zu widmen und hier sprechen  wir, wie Eingangs schon erwähnt davon, nicht von den kurzen Gassigängen oder von einem Laufenlassen im Garten, sondern von Dingen wie Hundeschule, Üben,  Spaziergänge, die mit An- und Abfahrt gerne zwei Stunden und mehr brauchen und vieles mehr.  Seien Sie sich selbst gegenüber ehrlich, und schätzen Sie ab, wie viel Zeit Sie wirklich in Ihrem Tagesablauf erübrigen können. Eine ganz sachliche Bestandsaufnahme wird Sie und den Hund davor bewahren, dass es dann doch nicht klappt.

Nicht berücksichtigt wurden Fragen: Wie finde ich den richtigen Züchter? Hierzu gibt es ein eigenes Kapitel Züchterauswahl.

So, genug der vielen, vielen Worte: Wir wünschen Ihnen viel Freude bei der Bestandsaufnahme und noch viel mehr Freude mit Ihrem neuen Gefährten und hoffen, dass wir Ihnen mit dieser Auflistung ein paar der dringensten Fragen beantworten konnten.

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